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Zementiertechniken


Seit mindestens einem Jahrzehnt wird in vielen Publikationen auf die Bedeutung der Anmisch- und Zementiertechnik insbesondere im Hinblick auf das spätere Risiko von Revisionen infolge aseptischer Lockerung verwiesen. "Der Zusammenhang zwischen verbesserter Zementiertechnik und verbesserten Langzeitergebnissen in der Hüftendoprothetik gilt als gesichert" (Breusch SJ, Berghoff R, Schneider U, Weiß G, Simank H.-G, Lukoschek M. Ewerbeck V. Der Stand der Zementiertechnik in Deutschland, Z. Orthop. 1999; 137: 101-107).

Zu den Elementen der modernen Zementiertechnik gehören unter anderem das Anmischen des Zementes unter Vakuum und die Reinigung des Knochenbettes durch pulsierende Drucklavage (Jet-Lavage) vor Einbringen des Zementes.

Konventionell von Hand gemischter Zement ist porös. Er enthält bis zu 30% Luft. Im Vakuum gemischter Zement kann nahezu porenfrei sein. Die verringerte Porosität führt zu einer beträchtlichen Zunahme der Festigkeit des Zementes (Dauerschwingfestigkeit und Biegefestigkeit). Das Revisionsrisiko wird mittelfristig deutlich gesenkt. Dies wird durch die schwedische prospektive Multicenter-Studie an 169.419 Primärimplantationen belegt (Risikoquotient von 0,74 nach 8 Jahren) (Malchau H, Herberts P, Söderman P, Odén A. Prognose der totalen Hüftarthroplastik. Aktualisierung und Validierung der Daten des Schwedischen Nationalen Hüftarthroplastik-Registers 1979-1998. Präsentiert auf der Wissenschaftlichen Ausstellung des 67. Annual Meeting der American Academy of Orthopaedic Surgeons, 15-29 März 2000, Orlando, USA).

Vakuummischen vermindert außerdem die Menge der freigesetzten Monomerdämpfe bis unter die Nachweisgrenze. Es reduziert die Exposition des OP-Personals mit Monomerdämpfen auf ein Minimum und verbessert die Arbeitsbedingungen für das OP-Personal.

Die Säuberung der knöchernen Oberfläche vor dem Zementieren mit einer Hochdruck-Pulslavage erhöht die Festigkeit des Knochen-Zement-Interface. Das Eindringen von Blut in den Zement wird reduziert. Hierdurch nimmt die mechanische Festigkeit des Knochenzements zu. Außerdem dient dies der Prävention von Knochenmarksembolien und Thrombosen.

Das Schwedische Hüftendoprothesen-Register hat die Zementiertechniken seit 1979 erfaßt. Die erhobenen Daten zeigen eine signifikant höhere Lebensdauer der Implantate, wenn die moderne Zementiertechnik angewandt wird.

© 2010 aap Implantate AG


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